"Der Tod ist nicht Freund und nicht Feind.
Erlösend hat er Dich bei Deinem Namen gerufen.
Du gabst ihm Deine Hand und bist mit ihm
Deinen Weg weiterhgegengen."
Schwingerlegende Karl Meli ist Montag, 12. März 2012nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.
Abdankung war in der Kirche Rosenberg in Winterthur Veltheim
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König Karl bekam seine letzte Würdigung
vom trauernden Volk der Schwinger und Bösen.
Eine Andacht mit Jodeln und Volksmusik feinfühlend vorgetragen, gab den vielen Trauernden Harmonie, Hoffnung und Kraft für die Zeit ohne ihn.
Lächeln und Weinen in Eintracht.
Das Volk kam zu Karl dem Starken und durfte mit seiner Musik einen letzten Gruss geniessen.
Eine Feier ganz im Sinne des urchigen und erfolgreichsten Schwingerkönigs!
Lieber Karl Friede mit Schwyzerörgeli, Jodel, Juchzer, Alphorn, Treicheln und starken Munis mögen dich in den Himmel der Schwinger begleiten. ___________________________________________________________
Die Erfolge des Hünen mit dem spartanischen Haarschnitt trugen immer den Stempel harter Arbeit an sich selbst. Er war nicht rasch für etwas Neues zu begeistern. Er prüfte kritisch und wägte ab. Doch keinem anderen Schwinger ist über eine so lange Zeitspanne hinweg so viel Respekt entgegengebracht worden. Karl war Polizist und Gastwirt. Die Einmaligkeit seiner Karriere liegt in der Beharrlichkeit: Sein grosser Rivale Rudolf Hunsperger wurde 1966 König und ging 1974 wieder. Der Berner räumte den Sägemehlring bereits mit 26 Jahren – für Karl Meli undenkbar. Während Rudolf Hunsperger 1966 mit dem sensationellen Schlussgangsieg gegen Karl Meli beim Eidgenössischen in Frauenfeld als Rekrut handstreichartig die Macht eroberte und innert acht Jahren alles erreichte (drei Königstitel), hat Karl Meli mehr als doppelt so lange, mit nie versiegender Energie, dem Schwingen gehuldigt. Kein anderer vor und nach ihm hat während so langer Zeit landesweit die Spitzenklasse verkörpert. Der ehemalige Polizist und spätere Gastwirt war, wie es so schön heisst, ein «harter Mann» – aber in allererster Linie gegen sich selbst. Das machte diese einmalige Karriere erst möglich.
Ein Jahr später folgte beim Eidgenössischen in Zug die Krönung – unter besonderen Umständen. Im dritten Gang am Samstag setzte er gegen den zähen Muotathaler Josef Schelbert alle Kraft in einem Kurzzug frei. Der Wurf gelang zu gut: Karl Meli war zwar, wie beabsichtigt, oben, doch er schlug mit dem Kopf heftig auf dem Boden auf und blieb – nach klarem Sieg – benommen liegen. 1961 zum ersten Mal König
Helfer eilten herbei, das Schlimmste befürchtend. Sie luden den Titanen, der soeben einen Kampf gewonnen hatte, auf eine Bahre und trugen ihn aus der Arena. Wenig später wurde gemeldet, dass Karl Meli zum vierten Gang am Samstag nicht mehr antreten kann. Streng genommen bedeutete dies das «Aus» an diesem Eidgenössischen. Denn das Reglement schreibt vor, dass jeder Schwinger am Samstag vier Gänge zu absolvieren hat. Das war die Sensation: Der grosse Favorit auf den Königstitel gescheitert.
Doch im Laufe des Abends entspannen sich heftige Diskussionen. Es war nun absolut sicher, dass dem Mitfavoriten nichts fehlte. Dass er nur kurz benommen war. Sollte er nun wirklich um seine Chance geprellt sein wegen der starren Auslegung des Reglements? Die Angelegenheit kam vor das Kampfgericht, das noch nie in der Geschichte über einen solchen Fall hatte befinden müssen. Eindeutige Vorschrift gegen gesunden Menschenverstand. Der Entscheid fiel zugunsten von Karl Meli. Er durfte am Sonntagmorgen den vierten Tang nachholen und weitermachen. Nach Siegen über Theo Inderbitzin, Albert Pollinger, Christian Egli , Otto Häni und Karl Oberholzer wird er 1961 zum ersten Mal König.
1964 verteidigt der Winterthurer seinen Titel
Der Schlussgang gegen den entfesselten Karl Oberholzer – er hat Titelverteidiger Eugen Holzherr zuvor die erste Niederlage seit fünf Jahren beigebracht – ist in die Geschichte eingegangen. Karl Oberholzer trat in Hochform gegen Karl Meli an. Das steht fest. Von einer verhaltenen Phase des Abtastens wollte er nichts wissen. Aber Karl Meli parierte die erste Kurz-Gammen-Salve. Frisch in den Griffen ging er zur Attacke über. Es war ein gewaltiges Risiko. Denn die Gammen-Parade (Konter) Karl Oberholzers sind gefürchtet. Doch in diesem entscheidenden Gang kommt sie zu spät. Karl Melis ungestümer, risikoreicher Angriff führt zum platten Sieg. Ein kurzer Schlussgang von zweieinhalb Minuten. Karl Meli ist König. 1964 verteidigt der Winterthurer seinen Titel im Schlussgang gegen Alois Boog. Nach einem Gestellten zum Auftakt gegen Kurt Schild gewinnt er alle Gänge. Es scheint, als könne er drei, vier Königstitel holen. Aber beim Eidgenössischen 1966 in Aarau erleidet er im Schlussgang die spektakulärste Niederlage seiner Karriere und es wird bei den zwei Königstiteln von 1961 und 1964 bleiben.
Die Ausgangslage in Aarau ist klar: Karl Meli ist der haushohe Favorit auf den dritten Königstitel. Rekrut Rudolf Hunsperger gehört zum kleinen Kreis der gefährlichen Herausforderer. Man lässt die beiden zunächst getrennt marschieren. Jeder legt drei Siege vor. Nun wird im vierten Gang am Samstagnachmittag die direkte Ausmarchung fällig. Karl Meli dominiert, kann den Berner am Boden in eine heikle Lage bringen. Aber nicht mehr. Damit haben beide nach dem ersten Tag einen Punktverlust durch diesen Gestellten auf dem Konto. Am Sonntag sichern sich beide mit drei Siegen die Qualifikation für den Schlussgang.
Karl gewann alles, alles, was es zu holen gibt.
Im Restaurant Sternen Winterthur Veltheim _______________________________________________________________________________________ Schwingeroneline Schwingen Hornussen Jodeln
In Gedenken: "Die Könige" und Sportsfreunde zum Tod vom zweifachen SchwingerkönigKarl Meli
Heute Morgen beim Arbeiten hat mir ein Kunde angerufen und es mir mitgeteilt. Ich war überrascht. da ich ihn erst gerade noch gesehen habe. Als neunfacher Eidgenosse war er eine lebende Legende und für viele ein Vorbild. Er hat gerne seine Meinung kundgetan, aber er war ein sehr friedlicher Artgenosse.Arnold «Nöldi« Forrer, Nyon 2001
Spontan kommt mir auch der Moment in Chur 1995 in den Kopf, als ich Schwingerkönig wurde und auf die Schultern genommen wurde. Es gab damals noch keine Seilsperre und es entstand eine Menschentraube. Karl Meli wollte mir gratulieren. Dabei wollte ihn ein Journalist nicht durchgehen lassen. Karl liess sich dies von ihm nicht gefallen und hat sich kurzerhand auf „rustikale Art“ Platz verschafft. Das war schön zu sehen und bringt mich heute noch zum schmunzeln. Wir haben uns oft an den Schwingfesten getroffen und zuletzt vorallem auch an den Buebeschwingete. Ich hatte stets gute Gespräche mit Ihm gehabt. Er war immer sehr aufgeschlossen und freundlich, der aber auch seine Meinung vertreten hat. Ich war gestern im Aussendienst tätig und da hat mich Kunde darüber informiert. Es hat mich natürlich traurig gemacht, denn ich kannte ihn schon durch meinen Vater, der uns viel über Meli erzählt hatte. Meli war bereits für mich als kleiner Junge eine Legende.Thomas Sutter, 1995 Chur (Siehe schwingenonline.ch-Interview vom 13. März 2012.Arnold „Noldi“ Ehrensperger, Basel 1977) Ich habe es im Internet gelesen. Mit Karl Meli ist eine grosse Schwingerpersönlichkeit von uns gegangen. Ich habe ihn persönlich viel an den Schwingfesten angetroffen. Gerne möchte ich den Angehörigen mein tiefes Beileid aussprechen und wünsche ihnen viel Kraft für die Zeit der Trauer.Jörg Abderhalden, 1998 Bern, 2004 Luzern, 2007 Aarau Meine Mutter hat mich heute Morgen angerufen. Ich war überrascht, und es hat mich recht Betroffen gemacht. Und 74 Jahre ist ja heutzutage eigentlich noch kein Alter. Er hat die Schwingerei geprägt und sei es an Schwingfesten, Verbandstagungen, etc. immer sehr genau verfolgt. Auch zuletzt an unserem Hallenschwinget in Kirchberg, welches ein kleines Fest ist, war er dabei. Das zeigt wie nahe er das Geschehen immer noch verfolgt hat. Adrian Käser, 1989 Stans
Der Tod von Schwingerlegende Karl Meli hat die Schwingszene überrascht. Die grosse Meli SK Winterthu Berichterstattung und Anteilnahme seitens Schweizer Medien sagt vieles über die Leistungen von Meli aus. 1961 in Zug und 1964 in Aarau durfte sich der stämmige Turnerschwinger u.a. die Königskrone aufsetzen lassen. Harry Knüsel, 1986 Sion
Als Verwandter habe ich Ihn ziemlich gut gekannt. Er war eine grosse Persönlichkeit mit einer speziellen Ausstrahlung, welcher nur schon durch seine Erscheinung vieles aussagte. Da brauchte es nicht immer Worte. Das hat er auch genossen hat.
Er war ein Mensch mit einer eigenen Meinung, von welcher er nicht gerne abweichte, aber stets ein angenehmer Diskussionspartner. Sportlich gesehen, hat er Gesamthaft gesehen am Meisten erreicht, wobei man es nie wirklich vergleichen sollte. Natürlich hat er auch eine extrem lange Karriere gehabt. Ernst Schläpfer, St. Gallen 1980, Langenthal 1983
Ich habe einige Male mit Ihm gestellt und dreimal verloren. Karl Meli war ein sehr abgeklärter und versierter Schwinger, welcher sich intensiv mit dem Schwingen beschäftigt hat. Im Schwingerumfeld hatte er stets Freude gehabt. Er war mit u.a. 6 Eidgenössischen Titeln der erfolgreichste Schwinger, welcher der Schwingerverband hatte. Karl war ein Sportskamerad, der seine eigene Meinung hatte und diese auch äusserte. Bei Ungerechtigkeiten wurde er staubig und setzte sich ein. Zudem war er ein sehr bescheidener Mensch.
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